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Diesen Text habe ich vor einigen Jahren verfaßt und er
ist meiner Meinung nach immernoch hochaktuell, was den
grundlegenden Gedanken angeht. Allerdings sind die
Details und die Links natürlich alle längst veraltet.
Worum geht es?
Es geht darum, die Internet Vernetzung selber in die Hand zu nehmen.
Das betrifft zwei Aspekte:
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Die physikalische Seite. Dazu nehmen die meisten von uns zur
Zeit wohl die Wählleitungen der Telekom in Anspruch. Das führt
entweder zu horrenden Kosten oder zu sehr eingeschränktem
Nutzungsverhalten.
Der erste Schritt zum Aufbau einer
eigenen Netz-Infrastruktur ist sie Anmietung von
Standleitungen. Eine analoge Standleitung ist schon ab 200 DM
monatlich zu bekommen. Das ist, wenn man sie zu mehreren
nutzt, schon lukrativ.
Noch interessanter ist es
allerdings, wenn man sich ganz von der Telekom
abkoppelt. Statt ihr das Geld in den Rachen zu werfen,
investiert man besser in eigene Technik. Also zum einen soviel
Kabel, wie möglich selber ziehen und wenn das nicht möglich
ist Laser- bzw. Funkstrecken einsetzen.
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Die logische Seite. Eine Standleitung über einen komerziellen
Internetprovider kann sich wohl momentan niemand ohne weiteres
leisten, denn die monatlichen Kosten liegen zwischen 5.000 -
100.000 DM. Also gehen die Standleitungen in der Regel zu den
Unis und damit zum DFN, von dem die Internet-Infrastruktur für
die Unis betrieben wird.
Aber statt über einen Provider
-ob kommerziell oder DFN- zu gehen, sollte man möglichst viel
selbst providen und durch Austausch untereinander erledigen.
Warum sich nicht auf die Unis und die kommerziellen Provider verlassen?
Einiges spricht dafür, mit der Lage, wie sie ist, zumindest
teilweise zufrieden zu sein. Einigkeit besteht aber sicher
zumindest darin, daß die Telekom zu viel Geld verlangt.
Uni-Zugänge sind häufig überlastet und selten besonders flink,
aber die kommerziellen Provider erbringen doch (teilweise)
sehr gute Leistungen zu einem fairen Preis. Aber es gibt auch
gewichtige Gründe, die gegen den jetztigen Zustand sprechen:
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Daß Information ein nicht unbedeutender Machtfaktor ist, will
niemand bestreiten. Wollen wir da ein so wichtiges Medium,
wie das Internet, von einigen wenigen kontrollieren lassen?
Der vorrauseilende Gehorsam des DFN, was die Sperrung von
xs4all angeht oder die Newsgroupsperrung durch Comuserve,
haben schon einen Vorgeschmack darauf gegeben, was einen in
diesem Zusammenhang in Zukunft noch erwarten mag.
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Die kommerziellen Internetprovider haben großes Interesse
daran, das Internet zu kommerzialisieren. Das hat unter
anderem zur Folge, daß sie Techniken wie Junkbuster, der die
Werbebanner im Web verschwinden läßt, oder das Blocking von
Spam nicht gerade mit großer Begeisterung unterstützen.
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In den Onlinediensten kommt alles zusammen. Automatische Zensur, teure,
schlechte Anbindung und Werbung.
Man sollte also sehen, daß man möglichst unabhängig von allerlei
Großen ist. Die Anbindung zumindest der Newsgroups per Satellit
ist dabei sicher sehr interessant. Vielleicht läßt sich bald
auch schon eine preiswerte Full-IP Verbindung über Satellit
realisieren.
Das Internet sollte den Geist, in dem es
geschaffen wurde wieder erhalten: Viele Rechner, die
zusammenarbeiten; ohne Kontrollstrukturen und riesige Upstreams,
die das halbe Netz lahmlegen können.
Wie soll das vonstatten gehen?
Das brennendste Problem ist sicher ersteinmal die Telekom und mit ihr
die Telefonrechnung und wie man beides möglichst weit aus seinem Leben
heraushält. In diesem Bereich gibt es auch viel Spannendes zu entdecken.
Vor allem mit der Funkvernetzung, die langsam aber sicher in bezahlbare
Regionen kommt, ist viel zu machen. Für eine Funk-LAN Verbindng sind
wohl momentan noch mindestens 6000 DM zu rechnen. Wesentlich billiger ist
da eine Standleitung. Monatlich ist mit ca. 200 DM zu rechnen und mit ca.
1000 DM für zwei Modems und die Einrichtungsgebühren. Nach 2
Jahren beginnt sich dann also eine Funkverbindung zu lohnen.
Allerdings muß man dabei im Auge behalten, daß eine Modemverbindung
auf 33.6 k Bit kommt, ein Funklan hingegen auf 1-3Mbit.
Aber auch die Kabelverlegung ist wirklich spannend: Mit dem
Hausmeister fachsimpeln, alte Kabelschächte suchen und finden,
neue Kabelschächte (unauffällig) verlegen, Löcher boren, Leute
für des Projekt begeistern, "Durchleitungsrechte"
vereinbaren und Strippen ziehen.
Bezüglich der Internetanbindung wird in der Regel die lokale IN-Domain
der richtige Ansprechpartner sein. Aber auch das sub.net, diverse lokale
Initiative und die Universitäten mögen die richtigen Ansprechpartner
sein.
Damit die Kosten nicht ausufern, sollte man sich natürlich mit
mit möglichst vielen Leuten zusammentun um ein lokales Netz
aufzubauen, soweit die Kabel reichen. Also auf jeden Fall durch
die lokale WG, meistens durchs Haus und möglichst quer durch den
Wohnblock.
Neben den Computer-Jüngern, die sicher schnell zu
begeistern sind, sollte man versuchen, das ganze nicht ganz so
technikbegeisterten Nachbarn näherzubringen.
Wenn man dann einige dutzend Leute eingebunden hat, wäre ein
Newsfeed über Satelit sicher eine interessante Sache.
Wie auch immer, viel Kreativität ist gefragt und massig Neuland
zu erobern. Ich fände es toll, wenn sich eine Diskussion darüber
ergäbe. Ich bin (natürlich) per E-Mail zu erreichen (md@hudora.de). Es wäre aber auch
toll, wenn sich jemand finden würde, eine Mailingliste für das
Thema bereitzustellen.
Was gibt es schon in dieser Richtung?
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Vorreiter der "Wohnblockvernetzung" sind die
Studentenwohnheime und da vor allem die Wohnheime der
TU-Clausthal, wo das Projekt Wohnheime
ans Netz seinen Ursprung hat. Dort wird auch inzwischen
eine Funkbrücke
betrieben. In der Gateway wurde das Projekt in einem Artikel
beschrieben, der einen guten Überblick bietet, aber auch der
Spiegel hat über das Projekt berichtet.
Im Kontext der Wohnheimanbindung ist auch die Nutzergruppe
Studierende im DFN-Verein.
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Während hier in Bonn die Funkvernetzung momentan nur angedacht wird, ist man
bei thur.de schon zwei Schritte weiter: Von Lutz Donnerhacke
gibt es ein Papier,
was die Möglichkeiten und Zielsetzungen recht genau
geschreibt. Auch in Jena läuft wohl
schon einiges über Funk. Bei thur.de gibt es auch eine lokale
Newsgroup, in
der projektbezogene Fragen diskutiert werden können.
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Für Standleitugen ist man wohl auf die Telekom und ihre
Konditionen angewiesen. Hier gibt es die Preislisten
der Telekom.
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Einen guten Überblick über die kabellosen LAN-Produckte gibt
es im Wireless
LAN Product
Directory. Dabei ist zu beachten, daß wohl nur 2.4 GHz Systeme
ohne Probleme in Deutschland zu betreiben sind. Colin
Seymour's Spread Spectrum Page ist in diesem Zusammenhang
auch interessant
und auch die World-Wide Web Virtual Libary hat eine Sektion
zum Thema.
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Ganz spannend: der Newsfeed per Satellit. In der c't gab es
einen Artikel dazu
und der Erlebnisbericht
von einem, der auszog, das Usenet zu empfangen liegt auch im
Web.
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Mosquitonet ist ein
Projekt zur campusweiten drahtlosen Anbindung.
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Das DaWIN
Projekt versucht, auch nicht-Naturwissenschaftlern und
nicht-Technikern die Nutzung moderner Kommunikationstechniken
näherzubringen. Ähnliche Zielsetzungen hat die Gesellschaft zur
Foerderung
kommunikativer Medien.
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Die Bürgernetzprojekte haben oft eine ähnliche Zielsetzung,
obwohl die teilweise vom Staat abhängig sind: Dachverband
der Buergernetze; Bayern
online; Bürgernetz
Schleswig-Holstein.
Maximillian Dornseif (md@hudora.de), 1996, 1997.