Sunday, 06. July 2003
Spionage und Verhaftungen im Sonera-Skandal
Mittwoch, 27.11.02
05:03 MET
Ein Skandal rund um Finnlands größtes Telekom-Unternehmen Sonera zeichnet sich ab. Am Dienstag ist der ehemalige Sonera-Chef Kaj-Erik Relander von der finnischen Kriminalpolizei festgenommen worden.
Das Unternehmen steht im Verdacht, in den Jahren 2000 und 2001 in großem Stil die Telefonverbindungen aller Mitarbeiter und einer Reihe von Journalisten überwacht zu haben. Derartige Überwachungen sind in Finnland aber nur der Polizei bei Vorliegen gerichtlicher Genehmigungen gestattet.
Möglicherweise wollte man herausfinden, wer Informationen über unternehmensinterne Meinungsverschiedenheiten weitergibt. In diesem Skandal um die ehemalige Telecom Finnland ist das bereits die sechste Festnahme.
Finnen empört
Der komplett fehlgeschlagene Erwerb einer deutschen UMTS-Lizenz der mehrheitlich staatlichen Sonera [zusammen mit der spanischen Telefonica Moviles] hatte im Sommer sogar die finnische Regierung ins Wanken gebracht. Medien in Helsinki stuften das 3G-Joint-Venture als "größten unternehmerischen Fehler aller Zeiten" ein.
Regierung wackelt wegen UMTS-Lizenz
Zwei derzeitige Manager ebenfalls unter Verdacht
Ebenfalls am Dienstag hat ein Gericht in der Hauptstadt Helsinki bestimmt, dass vier der fünf zuvor Festgenommenen weiter in Gewahrsam bleiben.
Als Erstes waren der Leiter der Sicherheitsabteilung bei Sonera, Juha Miettinen, sowie zwei seiner Mitarbeiter hinter Gittern gelandet.
Am Freitag mussten sich schließlich Executive Vice President Jari Jaakkola und Vice President Henri Harmia dazugesellen.
Jaakkola war zum Zeitpunkt der vermuteten Rechtsbrüche Leiter der Abteilung Corporate Communications.
Finnland will vier Milliarden Euro zurück
Der konservative finnische Kommunikationsminister Kimmo Sasi hat sich für die Rückzahlung aller 50,5 Milliarden Euro für UMTS-Lizenzen in Deutschland ausgesprochen.
Deutschland lehnt Rückzahlung ab
Fusion mit Telia nicht in Gefahr
Vizepräsident Henri Harmia ist international vor allem durch seine Rolle als Chefunterhändler für die milliardenschwere Fusion der finnischen Sonera mit der schwedischen Telia bekannt geworden.
Diese Fusion ist erst vergangene Woche von den Aktionären durch eine Annahme entsprechender Aktientauschangebote genehmigt worden.
Beide Unternehmen haben bekannt gegeben, dass das Bekanntwerden der Vorfälle die Fusion nicht beeinträchtigen würde.
Sonera hat etwa 7.400 Mitarbeiter. Weiter gibt das Unternehmen an, etwa 2,4 Millionen Mobilfunkkunden und rund 770.000 Festnetzanschlüsse zu betreuen.
Gemeinsamer Name von Sonera und Telia
[Futurezone / Reuters ]
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Acht Jahre Haft für Ex-Ericsson-Mitarbeiter
Dienstag, 17.06.03
16:04 MET
Ein 46-jähriger Schwede ist zu acht Jahren Haft wegen Industriespionage gegen den Mobilfunkausrüster Ericsson verurteilt worden. Zwei weitere Männer im Alter von 45 und 40 Jahren erhielten im Amtsgericht Stockholm wegen Beihilfe Gefängnisstrafen von drei bzw. einem Jahr.
In der Urteilsbegründung erklärte das Gericht, der Haupttäter habe aus Gewinnsucht technische Informationen über Mobilfunk- und andere Telefonsysteme an die russische Seite weitergegeben und damit die Sicherheit und das Verteidigungssystem Schwedens im Verhältnis zu einer fremden Macht gefährdet.
Der Haupttäter war im November vom schwedischen Geheimdienst SÄPO auf frischer Tat bei der Übergabe geheimer Firmenunterlagen an russische Geheimagenten ertappt und festgenommen worden. Die drei verurteilten Männer waren zu diesem Zeitpunkt Beschäftigte bei Ericsson.
Russische Spione bespitzelten Ericsson
Das Diplomatendrama
Sofort nach Auffliegen der Tat wurden die zwei russischen Diplomaten vom schwedischen Außenministerium "zu unerwünschten Personen erklärt" und des Landes verwiesen.
Moskau ließ das nicht auf sich sitzen und verwies drei Wochen später seinerseits zwei schwedische Diplomaten wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsinteressen des Staates aus.
Diplomatendrama nach Ericsson-Spionage
[Futurezone / dpa ]
10:02 |
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disLEXia, a research project by Maximillian Dornseif
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